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dossier zur medienbildung

Wie beurteile ich Informationen im Internet? Tipps und Hinweise für den Unterricht

22.12.09 | In diesem Dossier werden Hintergrundinformationen zur Bewertung der Verlässlichkeit von Informationen aus dem Internet gegeben. Eine Auswahl an Projekten, Angeboten, Materialien, Veranstaltungen und Tutorials aus dem deutschsprachigen Raum soll dazu ermutigen, das durchaus komplexe Thema im Schulunterricht zu behandeln. Ein ausführliches Literaturverzeichnis lädt zum Stöbern und zur Vertiefung des Gelesenen ein.

Da jeder im Internet Informationen veröffentlichen kann, fehlen häufig institutionelle Qualitätskontrollen etwa durch Redaktionen oder Lektorate, so dass es Aufgabe der Leser(innen) ist, die im Internet gefundenen Informationen sorgfältig auf ihre Verlässlichkeit zu überprüfen. Der Aufbau und die Struktur von Webseiten folgen keinen festgelegten Regeln und Normen. Im Gegensatz zu einem Buch sind Umfang und Vernetzung, Anfang und Ende der Website nur schwer zu überblicken, so dass die Leser(innen) nach jedem Seitenaufruf jedes Mal vor der Aufgabe stehen, sich neu orientieren zu müssen.
Aufgrund der unumkehrbaren Digitalisierung aller Lebensbereiche besitzt die Fähigkeit, Informationen aus dem Internet richtig einordnen zu können, geradezu gesellschaftspolitische Relevanz. Aus diesem Grund zählt die Kommission des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Medienbildung in ihrem Bericht vom März 2009 die Fähigkeit, den Wahrheitsgehalt, die Glaubwürdigkeit und Interessengebundenheit von Informationsangeboten bewerten zu können, zu den Öffnet externen Link in neuem FensterKompetenzen in einer digital geprägten Kultur. 

Die Erfahrungen aus der Öffnet externen Link in neuem FensterSchulpraxis zeigen aber, dass viele Kinder und Jugendliche insbesondere Suchmaschinen unkritisch gegenüberstehen und der Wikipedia grenzenloses Vertrauen entgegenbringen. Diese Erfahrungen werden durch empirische Studien bestätigt. Laut Öffnet externen Link in neuem FensterJIM-Studie 2007 sind 7 Prozent der Jugendlichen davon überzeugt, dass Informationen im Internet vorher jemand auf ihre Richtigkeit überprüft hat und noch mal 19 Prozent sind weitgehend dieser Meinung. Je jünger die Jugendlichen sind und je niedriger der formale Bildungsabschluss, desto unkritischer gehen sie mit Informationen aus dem Internet um. Leider gibt die JIM-Studie 2007 keinerlei Auskunft darüber, was die Qualitätskriterien sind, nach denen Kinder und Jugendliche die Glaubwürdigkeit von Informationen aus dem Internet beurteilen. Denn natürlich entwickeln auch sie Qualitätskriterien, anhand derer sie Vertrauen zu Informationen aus dem Internet aufbauen, weil viele - aber bei weitem nicht alle - dieser Informationen redaktionell geprüft sind. Die in der JIM-Studie 2007 unterstellte Naivität von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit Informationen aus dem Internet ist also mit Vorsicht zu behandeln. Gründe für einen unsicheren Umgang mit Informationen bei Kindern und Jugendlichen könnten einerseits das fehlende Prozesswissen um die Entstehung und mögliche Manipulation von Informationen und andererseits das fehlende Erfahrungswissen sein, woran man zuverlässige Informationen im Internet erkennen kann und wo es sie gibt. Eine britische Öffnet externen Link in neuem FensterStudie aus dem Jahr 2008 kommt zu dem Ergebnis, dass Jugendliche nur unzureichend die Verlässlichkeit von Informationen aus elektronischen Quellen überprüfen. Nicht wenige glauben, dass eine Webseite, die durch Yahoo indexiert wurde, verlässlich sein muss. Fazit der Studie: die Einübung eines sinnvollen Informationsverhaltens muss bereits in der Schule beginnen, weil es an den Hochschulen dafür oft bereits zu spät ist.

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