Gunter Dueck: Aufruf zum metakulturellen Diskurs
Gunter Dueck über Ethnozentrismus, Kommunikationsprobleme in der Ehe, Menschenbilder und wie alles besser werden könnte.
23.04.12 |
Über WLAN sind die iPads mit dem Internet verbunden.
Bislang wird in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik, Erdkunde, Geschichte, Biologie und Kunst mit den iPads gearbeitet. Die Geräte werden zurzeit aus Sicherheitsgründen noch ausschließlich in der Schule genutzt, eine Ausweitung auf den häuslichen Gebrauch ist aber konzeptionell vorgesehen.
Vielleicht der wichtigste Gelingensfaktor für unser iPad-Projekt ist die Etablierung von verlässlichen Teamstrukturen. Hierbei gibt es ein Kernteam, das aus den beiden Klassenlehrerinnen und mir als Projekt- und Schulleiter besteht. Das Kernteam trifft sich jeden Freitag in der dritten Stunde. Nur solch ein Jour fixe gewährleistet einen regelmäßigen und nachhaltigen Erfahrungsaustausch und stellt die kontinuierliche Fortentwicklung des Projekts sicher. Besprechungsergebnisse werden protokolliert und so verbindlich gemacht. Darüber hinaus gehören unser Konrektor, der Hausmeister, die Netzwerkadministratoren von Schule und Stadtverwaltung sowie die Fachlehrer der Klassen 7a und 7b als assoziierte Mitglieder dem Kernteam an. Als solche werden sie über die Ergebnisse der Kernteambesprechungen informiert und falls erforderlich zu diesen eingeladen.
Aus Platzgründen seien hier nur Stichworte genannt.
Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn insbesondere im Bereich der Medienkompetenzvermittlung vor allen eine Erfahrung gemacht: Ausgefeilte Technik, die von Experten für Experten gemacht ist, wird auch nur von Experten genutzt. Und die Schüler eben jener Experten kommen auch nur dann in den vollen Genuss der Technik, wenn sie selbst Experten sind oder werden. Unsere Annahme vor Beginn des Projekts war, dass iPads hier aus dem Rahmen fallen, da sie nach unserer Einschätzung die folgenden Gütekriterien erfüllten:
Die von uns gewählte iPad-Technologie sollte durch hohe und im Sinne der o. g. Ziele lerneffiziente Nutzungszeiten zu einer echten Integration von individueller Schüler-IT in die Schul- und Unterrichtswirklichkeit führen. Wir wollten kein neues Expertentum begründen, sondern eine Technik einführen, die die unterrichtlichen Erfordernisse unkompliziert abdeckt und die daher von Lehrern und Schülern als Arbeitswerkzeug akzeptiert und intensiv genutzt wird.
Um es gleich klarzustellen: Es war nie unsere Absicht den Unterricht als Ganzes zu revolutionieren. Vielmehr wollten wir den Unterricht mit Hilfe der personalisierten Schüler iPads nachhaltig besser machen. Wir arbeiten also immer noch mit Schulbüchern. Warum auch nicht, schließlich finden sich darin didaktisch hochkompetent aufbereitete Lerninhalte und Materialien. Hingegen nutzen wir den Internetzugang auf den iPads, um z. B.
Und natürlich gibt es noch Arbeitsblätter. Aber diese werden den Schülern über den Speicherdienst Dropbox zur Verfügung gestellt – was ganz nebenbei hilft Kopierkosten zu sparen.
Und die Schüler bearbeiten immer noch ihre Lernaufgaben. Nun stehen ihnen aber viel mehr Hilfsmittel für individuelle Lernformen zur Verfügung. So hat z. B. jeder seinen eigenen Rechtschreibduden und die Korrekturvorschläge von iWorks, der Textverarbeitung. Fehler können korrigiert und Ergänzungen vorgenommen werden, ohne dass man dies der Ausarbeitung negativ ansieht. Leistungsstarke Schüler können zusätzliche Aufgaben bearbeiten, ohne dass der Lehrer in eine "Kopierschlacht" ziehen muss – das Web hält eine Unzahl an Differenzierungsmöglichkeiten bereit.