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Mediale Integration auf einen Blick

Medien werden in der öffentlichen Diskussion eine zunehmende Bedeutung hinsichtlich des Zugangs zu Information und Bildung wie auch zur Teilhabe zugesprochen. Kompetente Mediennutzung bedeutet für viele jedoch Unterschiedliches. Die Medienarbeit mit Bildungsbenachteiligten, häufig schwer erreichbaren Zielgruppen ist dabei eine besondere Herausforderung und kennt viele Klischees und Probleme. Die Zielgruppe sei oftmals unmotiviert, unverbindlich, im Ausdruck beschränkt – und vieles andere mehr. Und fast immer sind es Defizite, die durch gezielte Medienkompetenzförderung kompensiert werden sollen. (Wie) Kann Medienarbeit dies leisten?


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 | (Stand: Oktober 2009)

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Mediale Integration auf einen Blick

„Mediale Integration auf einen Blick“ beschreibt die Einflussfaktoren und Formen der Mediennutzung, spezielle Charakteristika bildungsbenachteiligter Zielgruppen und Ansatzpunkte zielgruppensensibler Angebote zur medialen Integration, insbesondere am Beispiel von Jugendlich

Achtung Lücke

Egal ob Jung oder Alt, egal ob es sich um neue oder alte Medien handelt: Empirische Studien zur Mediennutzung zeigen große Unterschiede zwischen denen, die über bestimmte finanzielle Ressourcen und einen formal hohen Bildungshintergrund verfügen und denjenigen, die hier schlechter abschneiden.

Diese Unterschiede wirken sich nicht nur im Medienzugang, sondern insbesondere hinsichtlich der jeweiligen Nutzungsgewohnheiten aus – mit weitreichenden Konsequenzen für die gesellschaftlichen Teilhabe- und Bildungschancen.

Das Ergebnis ist die Vorstellung von einer „Wissenskluft“ zwischen den ressourcenstarken und ressourcenarmen Bevölkerungsmilieus, die in den 1970er Jahren entwickelt wurde und seitdem kontrovers diskutiert wird. Danach haben die ressourcenstarken Bevölkerungsmilieus immer schon bessere Chancen gehabt, Massenmedien gewinnbringend für sich zu nutzen und sind damit „bildungsbevorteilt“, was ihre gesellschaftlichen Erfolgschancen beeinflusst. Der Input der Massenmedien lässt das Wissen dieser Bevölkerungsmilieus tendenziellschneller steigen, als das der ressourcenschwachen und daher bildungsbenachteiligten Milieus. Massenmedien üben eine Art „Verstärkerfunktion“ aus. So ergibt eine Wissenskluft, die massenmedial verschärft (und eben nicht ausgeglichen) wird. Breite Zugangsmöglichkeiten zu Informationen beziehungsweise zu Bildungsinhalten, wie sie mittlerweile bestehen (sollten), ändern daran wenig. Zu groß ist die Kluft, die sich als Bildungsvorsprung äußert.

Heute spricht man allerdings mit Blick auf die Nutzung digitaler Medien häufiger von einer „digitalen Kluft“ oder „digitalen Spaltung“ in der Gesellschaft – mit ähnlichen Konsequenzen und Befürchtungen. Bildungspolitische Maßnahmen zur digitalen Integration – auf Europa-, Bundes- und Landesebene – stellen daher eine Art Rahmen für die medienpädagogische Arbeit von heute dar, um gesellschaftliche Teilhabechancen zu erhöhen.

Aktuelle Analysen bestätigen, dass eine „digitale Kluft“ auch in Nordrhein-Westfalen existiert: Je höher der Bildungsgrad der Haushaltsmitglieder beziehungsweise deren Einkommen, desto besser ist die technische Ausstattung (zum Beispiel schnellere Rechner und Internetverbindungen) und desto höher die Nutzungsintensität.


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