
Computer- und Onlinespiele auf einen Blick
„Computer- und Onlinespiele auf einen Blick“ erklärt, was Computer- und Onlinespiele sind und welche Chancen und Risiken sie begleiten, spricht mögliche Medienwirkungen an, präsentiert medienpädagogische Ansätze für die Praxis und benennt weiterführende Informationsangebote.
Das Spielen findet bei Computer- und Onlinespielen nicht im Gelände oder auf einem Brett statt, sondern auf dem Bildschirm eines Spielautomaten, auf einer stationären Konsole, die an das TV-Gerät oder einen Monitor angeschlossen wird, einem PC oder einer mobilen Kombination aus Bildschirm und Konsole im Taschenformat (engl. „Handheld“).
Auch für Mobiltelefone gibt es Spiele, die einem zwischendurch die Zeit vertreiben – oder rauben. Computer- und Onlinespiele können weiterhin danach unterschieden werden, ob sie im Einzel- oder Mehrspielermodus angelegt sind oder sich gar Hunderttausende (online) beteiligen können.
Genrekunde
Bei Spielen wird unterschieden nach Spielregeln – etwa hinsichtlich der Zeitvorgaben – und nach Genre beziehungsweise Spielhandlung:
• In Denkspielen müssen Rätsel oder Aufgaben gelöst werden, Hintergrund und Aufmachung sind eher nebensächlich. „Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging“ ist ein Beispiel dafür.
• Eine gute Hand-Augen-Koordination fordern einfache Geschicklichkeitsspiele, die aus den „Arcade-Games“ – Automaten-Spielen in Spielhallen – entstanden sind. „Jump’n’Run-Spiele“ wie etwa „Super Mario“, bei denen Hindernisse überwunden werden müssen, sind ein typisches Beispiel hierfür.
• Zu den Actionspielen gehören „Shooter“, bei denen menschliche oder menschenähnliche Gegner („bots“), Monster oder Gegenstände getroffen werden müssen. Ego-Shooter, wie etwa „Counter-Strike“, zeigen das Spielgeschehen aus der Ich-Perspektive statt der sonst üblichen Beobachterperspektive.
• Technik-Simulationen sind etwas für Hobbypiloten oder -kapitäne. Andere Simulationen stellen Sportarten, Kampfsituationen, wirtschaftliche oder ökologische Herausforderungen nach. Hier sind das vernetzte Denken und häufig eine taktische Herangehensweise gefordert, weshalb sie teilweise auch als Strategiespiele bezeichnet werden. „Die Sims“ oder „Anno 1701“ gehören dazu.
• „Adventures“ sind mit Abenteuerfilmen vergleichbar. Dazu zählen „Monkey Island“ oder „Syberia“. Ähnlich einer antiken Heldensaga müssen die Spielfiguren Prüfungen bestehen und Rätsel lösen. Am Ende erfolgreich absolvierter Missionen (engl. „Quests“) steht dann ein bestimmtes Ziel und es heißt: „game over“.
• Auch bei Online-Rollenspielen, wie zum Beispiel „World of Warcraft“, werden Missionen erfüllt, wobei sich Spielregeln üblicherweise auf die – erweiterbaren, aber letztlich limitierten – Handlungskompetenzen und die Ausstattung einzelner Figuren beziehungsweise auf deren Spielwelten beschränken. Bevölkert werden diese durch andere Mitspieler, die, zu Teams („Clans“) organisiert, strategisch geplante Missionen erfüllen. Ein endgültiges Ziel oder einen Endzustand gibt es nicht, die Spielwelten existieren immer weiter.
Bei aller Unterscheidung: Letztlich ist die Genre-Einteilung uneinheitlich, weil Genres miteinander verknüpft sind und teils ineinander übergehen. Das gilt insbesondere für Lernspiele, die auch „Ernsthafte Spiele“ (engl. „serious games“) genannt werden. Sie versuchen, spielerisch Lerneffekte zu erzielen, etwa in Form von Denkspielen oder Simulationen. Auch Shooter-Elemente werden manchmal in Lernumgebungen als unterhaltsame „Belohnungen“ eingepasst.