
Medienbildung in der Familie auf einen Blick
„Medienbildung in der Familie auf einen Blick“ möchte Multiplikator(inn)en der Medienbildung für die Mediensozialisation in der Familie sensibilisieren. Neben allgemeinen Informationen werden Anregungen für die Elternberatung gegeben.
Kindheiten sind heute stärker durch Medien geprägt als jemals zuvor. Welche Rolle Medien im Alltag für Heranwachsende spielen, leben ihnen ihre Bezugspersonen mehr oder weniger bewusst vor: Kinder übernehmen Verhaltensmuster ihrer Eltern, Geschwister und später zunehmend anderer Bezugspersonen wie etwa Freunde. Nach und nach gehen sie dann eigene mediale Wege. Je älter die Kinder sind, umso selbständiger sind auch die Entscheidungen für oder gegen bestimmte Medien(angebote). Die frühkindliche Mediensozialisation ist hierfür aber ein wesentlicher Faktor. Deshalb ist es wichtig, dass schon in der frühen Kindheit die Medienkompetenz der Kinder gestärkt wird. Und hier sind die Eltern noch vor den Erzieher(inne)n und Lehrer(inne)n gefragt, bewusst zu handeln.
Insbesondere Tonträger und Kassetten werden sehr früh von den Kindern genutzt – neben Malen, Zeichnen und Basteln. Das Fernsehen rangiert unter den Medienaktivitäten dieser Altersgruppe aber weit vorne (64 Prozent). Mit großem Abstand folgt das eigenständige Anschauen von Büchern, was bei nur einem Drittel der Zwei- bis Fünfjährigen zum Alltag gehört. Immerhin elf Prozent der Klein- und Vorschulkinder nutzen den Computer.
Diese Offline-Medien bestimmen die Mediennutzung der 6- bis 12-Jährigen. Sie erzählen Geschichten aus dem Leben, bieten Deutungsmuster und dienen der Alltagsbewältigung. Immer früher spielt für Kinder aber auch der Computer eine Rolle, auch wenn er zunächst als Spielkonsole oder Kinder-PC mit eingeschränkter Funktionalität daherkommt. Zum Medienrepertoire gehören auch interaktive Lernspiele, bei denen Kinder sich beispielsweise um das Aufwachsen und die Pflege eines (virtuellen) Tieres kümmern können. Wichtigstes Leitmedium im Kindesalter ist aber (noch) der Fernseher.
Wie Erwachsene nutzen Kinder Medien, um Bedürfnisse und Interessen zu befriedigen. Dies können emotionale und soziale Bedürfnisse ebenso sein wie Bedürfnisse nach Unterhaltung oder nach Informationen. Und wie diese Medieninhalte verarbeitet werden, drückt sich im Spielverhalten der Kinder aus. Eltern und Medienpädagog(inn)en sollten die Augen offen halten. Wer sich anschaut, wie Kinder gehörte oder gesehene Geschichten nachspielen oder Erzähllogiken „gegen den Strich bürsten“, indem sie die Randfiguren zu ihren Helden machen, erhält einen Eindruck davon, wie sie kreativ und selbst bestimmt mit Medien umgehen oder aber überfordert sein können.